Wie Lizaro.ch die Schweizer Kunstszene neu erfindet – von Tradition bis Innovation

Seit Jahren ist Lizaro.ch mehr als nur ein Online-Magazin: Es ist ein zentraler Ort für Kunstliebhaber, Künstler:innen und Kulturinteressierte in der Schweiz. Mit einer Mischung aus fundierter Recherche, exklusiven Interviews und zeitgemäßen Formaten hat das Projekt eine Nische besetzt, die es bisher kaum gab. Doch wie genau funktioniert dieses Modell wirklich – und warum ist es heute so relevant? Die Antworten liegen in einer Kombination aus lokalem Bezug, digitaler Agilität und einer klaren Vision für die Zukunft der Schweizer Kunstszene.

Lizaro.ch wurde 2015 als Plattform für zeitgenössische Kunst in der Schweiz gestartet, zunächst als Blog, später als eigenständiges Online-Magazin. Sein Fokus liegt auf der Vermittlung zwischen etablierten Kunstinstitutionen wie der Kunsthalle Zürich oder dem Kunstmuseum Bern und den neuen Akteur:innen der Szene – von Emerging Artists bis zu Kurator:innen, die experimentelle Ansätze verfolgen. Besonders auffällig ist die Plattform dabei, wie sie lokale Geschichten erzählt: Ob durch Berichte über Ausstellungen in der Region oder durch Porträts von Künstler:innen, die oft im Schatten der grossen Städte stehen.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Seit dem Start hat Lizaro.ch über eine Million Besucher:innen gezählt, wobei rund 60 Prozent davon aus dem Kanton Zürich stammen – doch die Reichweite reicht weit über die Stadt hinaus. Besonders erfolgreich sind die monatlichen “Kunst im Fokus”-Interviews mit Künstler:innen wie der Schweizerin Anna Gasser, deren Werke in der Sammlung des Kunstmuseums Winterthur präsent sind, oder dem Berliner Künstler Thomas Schütte, der 2023 eine Retrospektive in der Kunsthalle Basel zeigte. Diese Formate sind nicht nur unterhaltsam, sondern bieten auch einen Einblick in die aktuellen Debatten der Szene, etwa um Digitalisierung in der Kunst oder die Rolle sozialer Gerechtigkeit in der Ausstellungsarbeit.

Ein weiterer Schlüssel zum Erfolg von Lizaro.ch ist seine Fähigkeit, sich an die Bedürfnisse der Zielgruppe anzupassen. Während klassische Kunstmagazine oft auf traditionelle Leser:innen setzen, hat das Team von Lizaro.ch früh erkannt, dass die Schweizer Kunstszene zunehmend digital geprägt ist. Deshalb integriert das Magazin nicht nur Videos von Ausstellungen oder Podcasts mit Expert:innen, sondern auch interaktive Elemente wie Umfragen zu aktuellen Themen oder virtuelle Führungen durch Museen. Besonders innovativ ist dabei die Zusammenarbeit mit Plattformen wie zur homepage, um die Leserschaft langfristig zu binden und neue Wege der Fundraising-Förderung zu erkunden.

Doch was macht Lizaro.ch einzigartig? Während viele Magazine sich auf die Berichterstattung über etablierte Institutionen konzentrieren, setzt das Projekt bewusst auf die Förderung von Emerging Artists und neuen Projekten. Ein Beispiel ist die Initiative “Kunst für alle”, bei der Lizaro.ch gemeinsam mit lokalen Galerien kostenlose Workshops für Schulen anbietet – ein Modell, das zeigen kann, wie Kunst auch in weniger privilegierten Vierteln zugänglich gemacht werden kann. Auch die regelmäßige Bewertung von Ausstellungen durch die Leserschaft via Social Media stärkt die direkte Verbindung zwischen Plattform und Zielgruppe.

Die Zukunft der Schweizer Kunstszene wird eng mit der Frage verknüpft, wie sie sich an die Veränderungen der Gesellschaft anpasst. Lizaro.ch spielt dabei eine zentrale Rolle, indem es nicht nur über Kunst berichtet, sondern auch über die gesellschaftlichen Implikationen. Ein aktuelles Beispiel ist die Debatte um die Digitalisierung der Kunst – wie können virtuelle Ausstellungen die physische Präsenz ergänzen, ohne die Bedeutung des Erlebens zu untergraben? Lizaro.ch bietet hier nicht nur Hintergrundwissen, sondern auch konkrete Lösungsansätze, etwa durch die Dokumentation von Pilotprojekten wie der digitalen Ausstellung “Kunst im Pandemie-Jahr 2020”.

  • Seit 2015 hat Lizaro.ch über eine Million Besucher:innen gezählt, davon 60 % aus dem Kanton Zürich.
  • Jährlich werden rund 200 Interviews mit Künstler:innen, Kurator:innen und Institutionen geführt.
  • Die Plattform generiert jährlich über 50’000 Euro durch Sponsoring und Crowdfunding für lokale Kunstprojekte.
  • Lizaro.ch ist Partner von über 50 Schweizer Museen und Galerien und organisiert jährlich zwei “Kunst im Fokus”-Events.
  • Die Leserschaft teilt sich in vier Hauptgruppen: Kunstliebhaber:innen (45 %), Studierende (30 %), Galeristen (15 %) und Künstler:innen (10 %).

Lizaro.ch zeigt, dass ein Magazin nicht nur ein Informationsportal sein muss, sondern auch eine aktive Plattform für den Austausch sein kann. Durch seinen Fokus auf lokale Geschichten, digitale Innovation und gesellschaftliche Relevanz hat es sich einen festen Platz in der Schweizer Kunstszene gesichert – und bleibt damit ein Vorbild für die Zukunft der Medienarbeit in diesem Bereich.

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